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Eine der Besonderheiten in Westhofen sowie in Westfalen
Der höchste Feiertag der Nachbarschaftsmänner in Westhofen
ist der
SUP PEITER
In der heutigen Zeit findet Sup Peiter am Samstag nach dem 22. Februar
statt; sollte dieses Wochenende ein Karnevalswochenende sein, wird
Sup Peiter auf den Samstag vorher verlegt.
Schon eine Woche, am Samstag vor der eigentlichen Feier, verkünden die
Uträupers (Ausrufer) den Festtag, indem sie durch den Ort marschieren
und mit Trommel, Horn und Glocke sowie am Anfang der Tour noch mit fester Stimme
den Termin verkünden.
Freundliche Nachbarn reichen stärkende Getränke, damit die Februarkälte
nicht gar so bitter empfunden wird.
Am Festtag selbst feiern die drei Nachbarschaften jeweils getrennt
in ihren jeweiligen Stammquartieren, pünktlich um 20:00 ist der
Beginn. Der Vorstand der Nachbarschaft marschiert ein und nach den
Regularien sowie der Wahl eines oder mehrerer „Täpper“ (Bierzapfer)
gibt es das erste kühle „Blonde“.
Nach der Stärkung mit Pfefferpothast geht es an das „Schrappen“,
kleine und auch größere Vergehen kommen vor dem glühenden Ofen
zur Verhandlung. Geburten, neues Auto, Hausanstrich, Ehejubiläen, Beförderungen
usw. werden gebührend gewürdigt, dem Einfallsreichtum der Schräpper
(Ankläger und Rechtsprecher in Person) sind kaum Grenzen gesetzt.
Richtig Spaß macht es allen, wenn der Deliquent „mitspielt“,
sich richtig (verbal) wehrt und nicht nur stumpfsinnig nein sagt. Der Schräpper
ist dann gefordert und muss seinen, hoffentlich vorhandenen Mutterwitz spielen
lassen, um mit möglichst viel „Winngeld“ und „Eingeschrapptem“ die
Gemeinschaftskasse bereichern zu können. 
Um Mitternacht ist der offizielle Teil des Sup Peiter vorbei, die Nachbarn
bleiben aber zusammen, um noch in gemütlicher Runde ein „Pröhlken“ zu
halten und das Bierfass zu leeren.
Es ist nicht möglich die Atmosphäre, die aufkommende Stimmung an
diesem Abend zu beschreiben, man muss es erlebt haben, man muss dabei sein.
Dabeisein darf jeder männliche, volljährige, auch ehemalige Einwohner
Westhofens oder als geladener männlicher Gast. Frauen ist die Teilnahme
streng verboten, sie sind allerdings schon in Verkleidung eingeschlichen.
Ursprung des heutigen Sup Peiter
Der Ursprung des heutigen Sup Peiter lässt sich darauf zurückführen,
dass die Urbewohner (Sachsen) der hiesigen Gegend acht Wochen nach
der Wintersonnenwende (21. Dezember) am 22. Februar, mit dem Wotans-
bzw. Odhinstag, das Ende des Winters feierten. Sie zündeten ein
großes Feuer an und hielten ihr „kleines Thing“ ab.
Auf dem Thing wurde der Älteste (Häuptling) für ein
Jahr gewählt und kleinere Vergehen wurden durch ein unteres Gericht
geahndet.
Karl der Große eroberte die Sachsen mit dem Schwert, aber die Pfaffen
haben sie erst bezwungen, Zitat: Johann Wolfgang
von Goethe; die Feiertage,
die alle aus vorchristlicher Zeit stammten, wurden im Laufe der Zeit umbenannt.
Als die Christianisierung in den germanischen und keltischen Gebieten Europas
begann, konnten die Missionare die tief verwurzelten Bräuche, die das
Leben der Menschen prägten, nicht unterdrücken. Man versuchte deshalb
die alten Sitten mit dem christlichen Glaubensgut zu füllen und man legte
in Rom fest, die heidnischen Feiertage mit den christlichen zu synchronisieren.
z.B.: Cathedra Petri
Das Fest, schon in der Mitte des 4. Jahrhunderts für Rom bezeugt, hängt
mit dem antiken Totengedächtnis zusammen: Vom 13. bis 22. Februar beging
man die Parentalia, bei denen man der verstorbenen Verwandten und Bekannten
gedachte und für bestimmte Verstorbene einen Stuhl (cathedra) frei hielt.
Da der eigentliche Todestag des Petrus unbekannt war, wurde sein Gedächtnis
am 22. Februar begangen. Später bezog man die cathedra auf den bischöflichen
Lehrstuhl des Petrus und feierte den Tag der Übernahme des römischen
Bischofsamtes durch den Apostel. Ein ähnliches Fest, das am 18. Januar
in Gallien gefeiert wurde, übernahm man um das Jahr 600 in Rom. Dadurch
kam es zu einer inhaltlichen Verschiebung: Am 22. Februar feierte man hier
jetzt die Übernahme des Bischofsamtes durch Petrus in Antiochien, am 18.
Januar seine Stuhlbesteigung in Rom. Beide Feste wurden 1558 für die Gesamtkirche
vorgeschrieben. In einer neueren Reform wurde der Termin am 18. Januar zugunsten
des 22. Februar aufgehoben. Das Messformular für den 22. Februar (Cathedra
Petri) spricht jetzt in allgemeiner Form vom Auftrag und vom Wirken des Apostels
Petrus.
So wurde aus dem Wotans- oder Odhinstag, zu Ehren der Stuhlbesteigung
des Petrus, der St. Peterstag (St. Petri Stuhlfeier).
Westhofen bekam, nach der Eroberung der Sigi-Burg 775, den Rang eines Reichshofes,
die niedere Gerichtsbarkeit und durfte einmal jährlich den "Ältesten" (Bürgermeister,
früher: Häuptling) wählen, es wurde der alte Termin des Wotanstages
beibehalten.
Unsere Westhofener Vorfahren haben mit dem Sup Peiter, einer Veranstaltung,
die bis heute nur Männern vorbehalten ist, den ursprünglichen Inhalt
der Versammlung bis in die Gegenwart hinübergerettet.
Bis zum Jahre 1723, als die Preußen das Wahlrecht abschaffen wollten,
bzw. es im Jahr 1734 nach 11-jährigem Widerstand der Westhofener zwangsweise
abschafften, wählten in Westhofen die Delegierten der Nachbarschaften
den Bürgermeister oder "Ältesten" für ein Jahr noch
selbst und prüften die Abrechnung des letzten Jahres. Die Delegierten
der Nachbarschaften bildeten für ein Jahr den Magistrat der Stadt und
erhielten als Entschädigung am 22. Februar ein Festessen. An diesem Tage
konnten jüngere oder zugezogene Männer durch Ablegen eines Eides
vor dem Magistrat das Bürgerrecht erwerben.
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